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Herkunft |
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Geheimnisumwitterte Herkunft der Pferde
Am meisten wird bis heute wohl darüber gerätselt,
woher die Pferde eigentlich stammen. Einig war man sich
nur in einem Punkt: Heimisch sind sie nicht. Denn im Südlichen
Afrika hat es ursprünglich keine Pferde gegeben.
Sie wurden ab dem 17. Jahrhundert von Europäern importiert.
Bei den Wilden Pferden der Namib handelt es sich also
um Nachkommen domestizierter Pferde, die ähnlich
wie die Mustangs Nordamerikas verwildert sind. |
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Wie
aber haben sich domestizierte Pferde in diese Gegend
verirrt? Und wie kam es, dass sie verwilderten?
Mancher verweist auf einen Frachter mit Pferden
und anderen Nutztieren, der Ende des 19. Jahrhunderts
etwa 25 km südlich der Oranjemündung gestrandet
ist - also rund 200 km von Garub entfernt. Andere
führen die Pferdezucht Duwisib von Hansheinrich
von Wolf ins Feld - rund 250 km nordöstlich
von Garub. Allerdings lag die Farm auch während
Abwesenheit und Tod von Wolfs im Ersten Weltkrieg
in den Händen eines Farm-
verwalters. Und den Büchern |
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Die Deutschen transportierten Tausende Pferde per
Schiff in ihre Kolonie Deutsch Südwest Afrika. |
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zufolge sind
bis Ende der Dreißiger Jahre keine Pferde verloren
gegangen, während bereits in den Zwanziger Jahren
über die Wilden Pferde bei Garub berichtet wird.
Gegen beide Theorien spricht zudem, dass Pferde nicht
über weite Strecken wandern, sondern in der Regel
in dem Gebiet bleiben, das sie kennen. |
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Das legt den Schluss nahe, dass die Wilden
Pferde von Tieren abstammen, die in der Nähe von
Garub und Aus verloren gingen. Allerdings können
auch einzelne entlaufene Pferde kaum den Grundstock zu
der heute bestehenden Herde gelegt haben. Zahl der Pferde
und Vielfalt der Merkmale lassen vielmehr auf eine größere
Ursprungsgruppe schließen. |
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Pferde im Diamantengebiet südwestlich von Lüderitz. |
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Wirren des Krieges
Die deutsche Schutztruppe, so eine andere Theorie, habe
während des Ersten Weltkriegs auf ihrem Rückzug
vor den südafrikanischen Truppen Pferde zurückgelassen.
In der Tat wurden bei Aus bis zu 2.000 Pferde stationiert.
Allerdings ist von einem weitgehend geordneten Rückzug
die Rede. Zugleich findet sich in Berichten ein weiterer
Hinweis auf die Anwesenheit vieler Pferde: Im März
1915 hatten 10.000 südafrikanische Soldaten mit 6.000
Tieren bei Garub ihr Lager aufgeschlagen. Dort gab es
ein Bohrloch, aus dem die Dampfloks der nahe gelegenen
Eisenbahnlinie mit Wasser versorgt worden waren; es wurde
zwar von den Deutschen gesprengt, aber rasch wiederhergestellt.
Man führe sich das vor Augen: Rund 8.000 Pferde in
einem Umkreis von knapp 30 km am Rande der Wüste! |
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Aber es kommt noch besser. In einem später
verfassten Militärbericht heißt es nämlich:
"Am Morgen des 27. 3. flog der
unermüdliche Fliegerleutnant Fiedler nach Garub und warf
mit gutem Erfolg Bomben in das feindliche Lager und unter
etwa 1700 weidende Pferde der Kavallerie und richtete
eine große Verwirrung an" (Hans von Oelhafen: Der Feldzug
in Südwest 1914/15, Berlin 1923, S. 117).
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Der deutsche Pilot Paul Fiedler
(Mitte) vor seinem Roland-Doppeldecker im Jahre 1915. |
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Die südafrikanischen Verbände
standen kurz vor der Offensive und sollten den zurückweichenden
deutschen Soldaten hart auf den Fersen bleiben, so dass
sie in der Eile wohl darauf verzichteten, alle versprengten
Tiere einzufangen. |
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Der Hobby-Historiker Walter Rusch stieß
auf ein weiteres Puzzlestück, das das Bild vervollständigt:
In Fotoalben von Emil Kreplin, 1909 bis 1914 Bürgermeister
von Lüderitz, fand er Aufnahmen einer Pferdezucht
auf Kubub südlich von Aus. Dort ließ Kreplin
Arbeitstiere für den Bergbau züchten - und Rennpferde
für das aufblühende Lüderitz. Zuchthengste
von Kubub und Duwisib weisen sehr starke Ähnlichkeiten
auf. Auf den Fotos der Kreplin-Zucht erkennt man zudem
Pferde mit Merkmalen, die sich auch 90 Jahre später
noch bei den Wilden Pferden finden. Im Wesentlichen handelt
es sich um Charakteristika von Kap-Boerperd, Hackney und
Trakehner. |
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'Namibs' als eigene Rasse
Biologisch und historisch fundiert, lassen sich damit
mehrere Theorien zusammenführen. Der Kern der Herde
dürfte aus Pferden der Südafrikaner, der Schutztruppe
und der Kreplin-Zucht bestehen (mit Verbindung zu Duwisib).
In den Wirren des Krieges sammelten sich die versprengten
oder zurückgelassenen Tiere in den Bergen um Aus,
wo sich viele natürliche Wasserstellen finden; Zäune
gab es damals noch nicht. Diese Gruppen mögen während
der Depression und angesichts des Siegeszuges des Automobils
später Zulauf durch herrenlos gewordene Tiere erhalten
haben. |
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Dass man sie nicht wieder einfing, haben
die Wilden Pferde wohl den Diamantenfunden an der Küste
zu verdanken. Bereits ab 1908 wurden von der deutschen
Kolonialverwaltung Sperrgebiete eingerichtet, die sich
rund 100 km ins Inland erstreckten und streng kontrolliert
wurden. Das Gebiet um Garub fiel in das Sperrgebiet II.
Niemand hatte Zugang, auch Jäger oder Pferdefänger
nicht. Garub mit seinem Bohrloch und der später errichteten
Tränke wurde zu ihrem Lebensmittelpunkt. |
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1986 wurde das Sperrgebiet II freigegeben
und dem Namib Naukluft Park angegliedert. Damit haben
sich die verwilderten Pferde 90 Jahre lang fast isoliert
entwickeln können, so dass man mittlerweile von einer
eigenen Pferderasse, den 'Namibs',
sprechen kann. |
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© 2007 Nature Investments (Pty) Ltd |
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- Mehr Fotos unter www.namibhorses.com
- Ausführliche Pressemitteilung unter -
www.gondwana-desert-collection.com
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