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News l Dezember 2007
  Hyänen per Satellit beobachten
In der Wüste lebende Tüpfelhyänen haben offenbar Reviere, die mehrere tausend Quadratkilometer groß sind. Zu diesem Ergebnis kommt die Biologin Dr. Ingrid Wiesel nach erster Durchsicht von Daten einer Tüpfelhyäne, die im Gebiet nördlich von Garub im Südwesten Namibias lebt und ein Halsband mit GPS-Sender trägt. Wiesel hatte das Tier Mitte Oktober an der Wasserstelle bei Garub betäubt und mit Halsband versehen. Die aus Hamburg stammende Biologin hat mit einer Studie zur Braunen Hyäne promoviert und leitet das 'Brown Hyena Research Project' in Lüderitz. Mit den Tüpfelhyänen bei Garub beschäftigt sie sich im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes zum Konflikt zwischen Hyäne und Mensch am Ostrand der Namib.
 
  Ein spannender Teilaspekt sind die Wechselbeziehungen zwischen den Hyänen und den Wilden Pferden. Pferde-Expertin Dr. Telané Greyling hatte immer wieder Spuren von Hyänen gefunden oder die Tiere sogar gesichtet. Sie vermutete, dass sich Bau und 'Jagdgebiet' dieser Hyänen in der Gegend des Khoichab-Riviers befinden - etwa 80 km (!) nördlich von Garub. Dort leben Oryxantilopen, Springböcke und Strauße. Wenn diese Tiere weiter ziehen, so ihre Vermutung, suchen sich die Hyänen ihre Beute im Gebiet der Wilden Pferde.  
 
Dr. Wiesel hält dies für durchaus plausibel. "Tüpfelhyänen brauchen in Wüstengebieten ein großes Revier, um zu überleben. Die ersten herunter geladenen Daten zeigen auch, dass die mit Halsband versehene Hyäne etwa alle drei Wochen zur Wasserstelle von Garub gekommen sind. Allerdings lässt sich noch nicht sagen, wo ihr Kerngebiet liegt." Das Gerät am Halsband ermittelt jede Stunde per 'Global Positioning System' über Satellit die genaue Position des Tieres - und Daten wie Höhe, Temperatur und Intensität der Bewegung. Diese Daten werden mit Datum und Uhrzeit gespeichert. Mit einem speziellen
 
Betäubte weibliche Hyäne mit Halsband im Oktober 2007 bei Garub. Foto: Dr. Ingrid Wiesel (Brown Hyena Research Project)
 
  Empfänger können sie aus 500 bis 1.000 m Entfernung herunter geladen werden. Das Succulent Karoo Ecosystem Programme (SKEP) hat zwei GPS-Halsbänder finanziert; sobald sich die Gelegenheit ergibt, soll eine zweite Hyäne ein Halsband erhalten.  
   
  Kadaver eines Wildpferd-Fohlens, von dem sehr wahrscheinlich Hyänen gefressen haben (Juni 2007). Foto: Sven-Eric Kanzler  
  Tüpfelhyänen gelten vor allem als Aasfresser, erlegen aber auch alte, kranke oder verletzte Tiere - und töten sogar gesunde Tiere, wenn sich die Gelegenheit bietet. Dazu zählen Jungtiere, die von ihren Müttern oder der Herde getrennt werden. Telané Greyling hat bereits beobachtet, wie eine Hyäne ein vier Wochen altes Fohlen angegriffen hat, das in einigem Abstand zu seiner Mutter auf dem Boden lag und schlief. "Die Stute war in dem Fall unerfahren und hat ihr Junges nicht gewarnt und verteidigt", so Greyling.  
  Die Wissenschaftlerin greift bei solchen Ereignissen nicht ein. "Man muss respektieren, dass es sich um wilde Pferde und nicht um Hauspferde handelt", so ihre Erklärung. "Sie leben nicht im Stall oder auf der Koppel, sondern in freier Natur - und können damit Raubtieren ebenso zum Opfer fallen wie anderes Wild. Hyänen wiederum erfüllen die wichtige Funktion, die Populationen gesund zu halten, egal, ob bei Oryxantilope, Springbock, Strauß oder Wildpferd."  
© 2007 Nature Investments (Pty) Ltd
- Mehr zum Brown Hyena Research Project unter
- www.strandwolf.org.za